In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit den bisher eingerichteten Anlagen zur Nutzung der Windenergie



1. Die Stadt Wetter und der Ennepe-Ruhr-Kreis

    Der Ennepe-Ruhr-Kreis, in dem wir zu Hause sind, liegt in einer Zone, die noch für die Nutzung der Windenergie geeignet ist (Kapitel 2.3 - "Geeignete Standorte für Windräder"):
    Das Hattinger Hügelland, die Nordränder des Bergischen Landes und des Sauerlandes erreichen Höhen von über 300m über dem Meeresspiegel und sind damit durchaus hinreichend starken Winden ausgesetzt.


    In unserer Heimatstadt Wetter steht im Ortsteil Esborn an einem der höchsten Punkte im Stadtgebiet eine Anlage.

    Bei einer Nabenhöhe von 34m hat diese Anlage drei Flügel von 10m Länge.
    Die maximale Leistung beträgt 15kW, der Energiegewinn liegt im Jahr durchschnittlich bei etwa 90.000kWh.

    Wegen der Nähe zur Besiedlung ist der Betrieb dieses Windrades mit stark einschränkenden Auflagen verbunden.


    Zur Erinnerung bieten wir auf einem Extrablatt einen kurzen Überblick über die hier häufig verwendeten
    Größen, Formel und Einheiten an.

    Zur Information über unser Kreisgebiet konnten wir ein Interview mit dem Vorstand unseres Energieversorgers und Kooperationspartners , nämlich mit Herrn Dr. Bongers, führen.

    Außerdem haben wir mit Unterstützung durch Frau Rosemarie Dohmann () eine der ersten Windkraftanlagen in unserem Kreis, das Windrad des Bauern Reuter auf dem Bergerhof erkundet.


    Zum Vergleich auch für die folgenden Zahlenangaben und Übersichten:
    Das konventionelle Cuno-Kraftwerk am Harkortsee leistet ca. 200MW;
    das Koepchenwerk - ein Pumpspeicher-Kraftwerk in Herdecke am Hengsteysee - bei Volllast etwa 150MW (dies allerdings nur für knapp 4 Stunden, weil dann das Speicherbecken leer ist).


    Die Verteilung der 10 Anlagen auf die Städte in unserem Kreisgebiet zeigt das nebenstehende Bild.

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    Quelle:


    Die Einspeisung aus den verschiedenen Bereichen der regenerativen Energien im Kreisgebiet für die Jahre 2000 bis 2003 zeigt die nebenstehende Tabelle.
    In dieser Zeit sind keine neuen Windräder errichtet worden, dagegen zeigt sich ein starker Anstieg bei den Photovoltaikanlagen.
    In den letzten Jahren sind alte Wasserkraftanlagen nach umfassender Renovierung wieder ans Netz gegangen, deshalb ist auch in dieser Sparte ein sprunghaftiger Anstieg zu erkennen.


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    Quelle:

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2. Die Nachbarstadt Dortmund

    Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW) hat inzwischen große Erfahrungen mit Windkraftanlagen gesammelt und diese auch umfangreich im Internet für die Öffentlichkeit dokumentiert.

    Beispielhaft für die auch noch in Kapitel 8 unserer Arbeit angesprochene Problematik der Unregelmäßigkeit in der Energieausbeute weisen wir hier auf zwei Monats-Diagrammen der Anlage "Airwin" hin:

    Hier bietet sich übrigens ein interessanter Vergleich mit unseren
    eigenen Erfahrungen bzw. Ergebnissen unserer Fotovoltaik-Anlage an.





    Hier ist die Windgeschwindigkeit und die erzeugte Leistung von "Airwin" als Tagesverlauf im 15-min-Raster gezeigt. Auf den ersten Blick erkennbar sind die starken Schwankungen der Leistung.
    Grafik vergrößern (12k-pdf-Datei)


    Auch im Verlauf der Jahre zeigen sich erkennbare Unterschiede.
    (Jahresenergie 1997-2002; Maximum im Jahre 1998 bei mehr als 1.000.000 kWh)

    Für Hinweise und Beratungen sowie Datenmaterial bedanken wir uns ganz herzlich bei bei den Herren Dipl.-Ing. Hubert Brinkmann und Dipl.-Ing. Michael Hans (DEW).
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3. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen

    Nordrhein-Westfalen zählt nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein die größte Anzahl der installierten Windkraftanlagen. 14 Prozent der insgesamt 15387 Anlagen in Deutschland stehen in NRW. (Stand 2003)
    Bezogen auf den Gesamtverbrauch erreichen wir aber nicht annähernd die Anteile der kleineren, küstennahen Länder; so wird in Schleswig-Hostein mehr als ein Drittel der benötigten Energie vom Wind erzeugt.

    Bundesland Anzahl der Anlagen Installierte Leistung in MW Anteil am Gesamtverbrauch
    Niedersachsen  3982  3922 15,6 %  
    Schleswig-Holstein  2612  2007 34,4 %  
    N R W  2125  1822 2,1 %  

    BRD insgesamt 15387 14609 5,4 %  

    Doch bei uns spielt die Windenergie auch eine sozial-politische Rolle: mehr als 7000 Arbeitsplätze schufen die Windkraftanlagen zwischen Rhein und Weser im Jahre 2001.
    Auch das weltgrößte Testfeld für Windenergieanlagen im Binnenland (Windtestfeld Grevenbroich/Rhld.) befindet sich in Nordrhein-Westfalen.
    Für eine bessere und weiträumige Nutzung erließ der Landtag für NRW 2002 sogar einen neuen Windenergie-Erlass. Dieser soll den Bau und Betrieb von Windkonvertern erleichtern bzw. begünstigen.

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4. Die Bundesrepublik Deutschland

    In Deutschland hat in den letzten Jahren die Nutzung der Windenergie stark zugenommen.

      1998 2000 2002 2003
             
    Erzeugte Energie
    in Milliarden kWh
    4,5 9,5 15,9 19,0
             
    Installierte Leistung
    in MW
     2.800 6.100 12.000 14.600
             
    Mehrkosten der Vergütung
    nach dem
    Erneuerbare-Energien-Gesetz
    in Milliarden Euro
    0,3 0,7 1,1 1,2

    1998 sind also 4,5 Milliarden Kilowattstunden (4,5 Milliarden kWh = 4,5 TWh) Windenergie produziert worden.
    2003 waren es schon rund 19 Mrd. kWh.
    Die Mehrkosten durch staatlich festgesetzte Vergütungen sind zeitgleich auf 1,2 Mrd. Euro, das Vierfache gestiegen.

    In Windparks mit leistungsfähigen Anlagen kann inzwischen 1kWh elektrische Energie zu einem Preis von knapp 5 Cent produziert werden.

    Es besteht jedoch ein erheblicher Unterschied zwischen installierter Leistung und der daraus folgenden Gewinnung elektrischer Energie:
    Von 1998 bis 2003 stieg die installierte Leistung von 2.800MW auf 14.600MW. Zeitgleich jedoch zu dieser Verfünffachung wuchs die Stromproduktion nur auf das Vierfache.
    Die Ursachen liegen in dem schwankenden "Wind-Angebot", aber auch in der technischen Verfügbarkeit der Anlagen.
    Beim tatsächlichen Nutzen dieser Anlagen in der vollständigen Kosten-Nutzen-Bilanz der Energieversorger und damit im volkswirtschaftlichen Sinn, muss zudem berücksichtigt werden, dass aus den bekannten Gründen der Versorgungssicherheit andere Kraftwerke "betriebsbereit" gehalten werden müssen.
    Deren "Leerlaufkosten" müssen sinnvollerweise gegengerechnet werden.

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Erstellt am 26.01. 2004; zuletzt geändert am 11.01.2005 . (Ka)