In diesem Kapitel zählen wir einige wichtige Stationen in der Geschichte der
"Galvanischen Elemente", "Zellen", "Batterien" oder "Akkumulatoren" auf.

Luigi Galvani (1737 - 1798) beobachtete, dass tote Frösche, die in der Nähe einer Elektrisiermaschine lagen, zuckten, als er sie mit einem Messer berührte.

Nach dieser ersten zufälligen Entdeckung stellte Galvani systematische Experimente an und fand heraus, dass die Froschbeine auch zuckten, sobald er sie nur mit zwei verschiedenen Metallen berührte.


Im Jahre 1792 entwickelte der italienische Physiker Alessandro Volta, angeregt durch die Entdeckungen von Luigi Galvani, die ersten Voraussetzungen für eine Batterie.
Er gab eine Kupfer- und eine Zinkplatte so in ein Gefäß mit verdünnter Säure, dass sie sich nicht berührten. ("Primärsystem", vgl. Kapitel 3)

1799 baute Volta die erste brauchbare Batterie, indem er ebenfalls eine Kupfer– und eine Zinkplatte mit einer in Salzsäure getränkten Pappe trennte. Diese Konstruktion „stapelte“ er zu einer Säule, welche heute als Voltasche Säule bezeichnet wird.


1802 entwickelte Johann Wilhelm Ritter die wiederaufladbare Batterie.
("Sekundärsystem")

Diese Ladungssäule, war die Vorform des heutigen Akkumulators. Ritter, der mit Goethe auf dem Gebiet der Naturwissenschaften forschte, baute ähnlich wie Volta eine Zelle, die aber nach dem Entladen wieder aufladbar war.


1850 entwickelte der deutsche Arzt Josef Sinsteden den ersten Bleiakkumulator.
Er gab zwei Bleiplatten, die sich aber nicht berühren durften, in ein Gefäß mit verdünnter Schwefelsaüre und schloss eine Spannungsquelle an. Nach häufigem Auf- und Entladen ereichte die Konstruktion eine gewisse Kapazität.
Der von Sinsteden gebaute Bleiakkumulator wurde von dem französischen Physiker Gaston R. Planté durch die spiralförmige Anordnung der Bleiplatten, die auch heute noch in Akkumulatoren zu finden ist, noch verbessert.


Bis 1866 wurde dem Bleiakkumulator aber keine besondere Beachtung geschenkt, da er noch keinen industriellen Nutzen hatte.
Doch mit der Erfindung des Generators von Werner v. Siemens, stieg die Nachfrage nach Energiespeichern, also Akkumulatoren, gewaltig.


1880 wurde der Blei-Akkumulator entscheidend weiterentwickelt. Der Physiker Fauré ermöglichte durch eine Beschichtung aus Bleipulver und Schwefel, dass der Akkumulator schon beim ersten Aufladen eine beachtliche Kapazität erreichte.


1888 gründete der Hagener Adolph Müller die erste deutsche Akku-Fabrik.

Aus dieser altertümlichen Fabrik entstand im Laufe der Zeit die VARTA (Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren GmbH), aus der die heutige Hawker- Enersys wurde.


Um 1900 entwicklte Thomas Alva Edison zusammen mit seinem Mitarbeiter Waldemar Junger den Nickel-Cadmium und den Nickel-Eisen Akku.
Diese gelten auch als Urväter der Zink-Luft-Batterie.


Um 1985 wurde das Cadmium im Nickel-Cadmium-Akku, der bis zu diesem Zeitpunkt stark verbreitet war, aus Gründen des Umweltschutzes durch an Metalle gebundenen Wasserstoff ersetzt. So entstand der Nickel-Metallhydrid-Akku.
1993 wurde die bislang letzte bedeutende Stufe vorgestellt. Im Zuge der Raumfahrt wurden der Lithium-Ionen Akku und der Lithium-Polymer-Akku entwickelt. Sie werden hauptsächlich in Handys, Notebooks oder Kameras verwendet.


Weitere Informationen, wie z.B. zur Alkali-Mangan-Batterie oder zur Knopfzelle findet man auch unter
VARTA-Infoservice für Schüler.

Neben der Darstellung der physikalischen Inhalte findet man im Angebot von
Leifi-Physik auch Seiten über Luigi Galvani und Allessandro Volta.

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Erstellt am 26.01. 2004; zuletzt geändert am 07.11.2004 . (Ka)